Antje Schrupp im Netz

Newsletter vom 21.7.2009

1. Die symbolische Ordnung der Mutter

In ihrem Buch »Die symbolische Ordnung der Mutter« hat die italienische Philosophin Luisa Muraro vor 15 Jahren eine These aufgestellt, die seither immer wieder zu kontroversen Diskussionen führt. Sie sagt: Den Sinn des Seins findet eine Frau dann, wenn sie ihre Mutter liebt und ihr dankbar ist. Die Autonomie einer Frau hängt von ihrer Dankbarkeit der eigenen Mutter gegenüber ab. Auch unter Frauen, die die Philosophie der Italienerinnen ansonsten inspirierend finden, stößt dies häufig auf Kritik und Unverständnis. Bei den diesjährigen Labyrinthwochen in Wetzlar habe ich das Thema etwas genauer unter die Lupe genommen.

Das Vortragsmanuskript findet ihr hier: antjeschrupp.de/symbolische-ordnung-der-mutter

2. Gezwungen, das Gesetz zu unterschreiben?

Das litauische Parlament hat ein »Moralgesetz« verabschiedet, das jede öffentliche Äußerung zu homosexuellen Beziehungen verbietet – also ein klar Schwulen- und Lesbenfeindliches Gesetz, das international zu Recht für viel Kritik gesorgt hat. Auch Litauens Präsidentin Dalie Gybauskaite lehnt das Gesetz ab, sagte aber bei ihrem Besuch in Schweden, sie sei leider »gezwungen«, es zu unterschreiben. Das hat mich ins Grübeln gebracht, und herausgekommen in ein kleiner Blogeintrag:

http://antjeschrupp.com/2009/07/18/gezwungen-das-gesetz-zu-unterschreiben/

3. Doris Lessing: Das goldene Notizbuch

Es ist ein Klassiker der feministischen Literatur, dennoch hatte ich es bisher nicht gelesen: Das goldene Notizbuch von Doris Lessing, erschienen noch lange vor der neuen Frauenbewegung, nämlich 1963. Mich hat das Buch schwer beeindruckt und ich finde, es lohnt die Lektüre nach wie vor. Deshalb habe ich es auch in der Reihe »Die feministische Bibilothek« im Blog der Mädchenmannschaft rezensiert und empfohlen:

http://maedchenmannschaft.net/doris-lessings-notizbuch/

4. Urheberrecht: Wofür werden Autor_innen eigentlich bezahlt?

Das Internet ermöglicht es, dass jede Person jederzeit Texte schreiben und weltweit publizieren kann. Was bedeutet das für die Aufgabe von Verlagen und Reaktionen, die früher der »Flaschenhals« waren, durch den Medieninhalte hindurch mussten, um das Licht der Öffentlichkeit zu erblicken? Wie sinnvoll ist es, den Zugang zu Medieninhalten künstlich zu erschweren, um »Urheberrechte« abzusichern? Wäre es nicht Zeit für ganz neue Modelle – und vielleicht auch ein neues Berufsbild für Autorinnen und Autoren? Ein kleiner Blogbeitrag meinerseits zur Debatte ums Urheberrecht: http://antjeschrupp.com/2009/07/01/thema-urheberrecht-wofur-werden-autor_innen-eigentlich-bezahlt/

5. Textsammlung Affidamento

Die Philosophie des »Affidamento« (ein italienisches Wort, das auf deutsch »sich anvertrauen« heißt) besagt, dass weibliches Selbstbewusstsein auf einer bewussten Praxis der Beziehungen unter Frauen gründet. Was aber heißt das konkret, im Alltag, im Beruf? Zu diesem Thema veranstaltete ich einen Workshop im Rahmen der diesjährigen Frauenbildungswochen an der VHS in Wetzlar. Dabei haben wir mit Textpassagen zum Thema gearbeitet, die ich jetzt auch ins Internet gestellt habe: antjeschrupp.de/affidamento-texte

6. Diskussionsabend zum Grundeinkommen

Im Sommer gibt es nicht so viele Veranstaltungen, nur eine steht im kommenden Monat an, und zwar ein Diskussionsabend über die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens aus frauenpolitischer Sicht: Was bringt das Grundeinkommen den Frauen? Am Freitag, 14. August, um 18 Uhr im Evangelischen Frauenbegegnungszentrum in Frankfurt, Saalgasse 15, um 18 Uhr – would be nice to meet you! Lesenswert zum Thema ist auch immer noch www.gutesleben.org.

7. »Ich weiß, was du gestern abend getwittert hast«

Seit ich im März mit dem Twittern angefangen haben, beobachte ich mit einer gewissen Faszination, wie sich auch in diesem Medium Beziehungen knüpfen lassen – ein spannendes Experiment. Twitter ist eine Internetplattform, über die man kurze Nachrichten veröffentlichen kann, die andere (die so genannten »Follower«) dann abonnieren. Einige Gedanken über den Zusammenhang zwischen Internet-Bekanntschaften und Beziehungen »offline« am Beispiel von Twitter habe ich hier aufgeschrieben:

http://antjeschrupp.com/2009/07/10/%e2%80%9eich-weis-was-du-gestern-abend-getwittert-hast%e2%80%9c/ Mein Twitter-Profil findet Ihr hier: www.twitter.com/antjeschrupp

8. Frauen aus der Karawane Sinais

Die bosnische Schriftstellerin Safeta Obhodjas erzählt mit Humor und Ironie von den Beziehungen und Differenzen muslimischer Frauen in Europa. Seit ihrer Vertreibung aus Bosnien 1992 lebt sie in Deutschland und reflektiert in ihren Geschichten die komplexen Prozesse, in denen sich Fragen von Religion, Kultur, Migration und sozialer Schicht überlagern. In einem neuen Büchlein hat sie sechs Kurzgeschichten veröffentlicht.

Ich habe es im Internetforum bzw-weiterdenken empfohlen: http://www.bzw-weiterdenken.de/index.php?m=artikel&rub7=&tid=208

9. Frauenkalender 2010 erschienen

Wie schon seit einigen Jahren habe ich auch diesmal wieder beim Frauenkalender des Schwabenverlags mitgemacht. Nun ist er in den Buchhandlungen. Das Thema lautet »Lebens(er)finderinnen«, der Wochenkalender hat 52 gestaltete Seiten und kostet 19,90 Euro. Mehr unter www.schwabenverlag-online.de bzw. Flyer als pdf zum Download unter

Da ich wie immer zwei Belegexemplare bekommen habe, kann ich wieder eines verlosen. Bei Interesse einfach eine kurze Mail an mich!