Antje Schrupp im Netz

Newsletter vom 16. April 2009

1. Vom Sinn und Unsinn des Zwitscherns

Wenn Sie das Wort »Zwitschern« hören – woran denken Sie dann spontan? An die Vögel, die endlich den Frühling trällern? Oder daran, dass Sie schon seit mehreren Stunden keinen neuen Status-Update gepostet haben? Über den Sinn und Unsinn sozialer Internet-Netzwerke wie Twitter (Zwitschern) oder Facebook und wie sie mit einer Politik der Beziehungen zusammen hängen (könnten) habe ich kürzlich für das Internetforum »Beziehungsweise Weiterdenken« einen Beitrag geschrieben. Einen vorläufigen, zugegebenermaßen, denn ich bin selbst erst seit einigen Wochen auf diese Weise im Netz unterwegs…

Zum Artikel »Vom Sinn und Unsinn des Zwitscherns« geht es hier: http://www.bzw-weiterdenken.de/index.php?m=artikel&rub=2&tid=194

Und wer mir auf Twitter »followen« möchte (so heißt das im Jargon), findet mich hier: http://twitter.com/antjeschrupp

2. Geschlecht und Fundamentalismus

Alle fundamentalistischen Weltanschauungen vertreten sehr rigide Vorstellungen davon, was eine »gute« Frau zu machen und vor allem zu lassen hat. Deshalb ist es sehr verwunderlich, dass dieser Aspekt in den Unmengen von Fundamentalismus-Analysen, die seit einiger Zeit angestellt werden, normalerweise gar nicht oder nur am Rande behandelt wird. Ein neuer Sammelband schließt diese Lücke, und ich habe ihn für das Internetforum »Beziehungsweise Weiterdenken« rezensiert.

Hier geht’s direkt zum Text: http://www.bzw-weiterdenken.de/index.php?m=artikel&rub=7&tid=193

3. Erzieherinnen und Erzieher braucht das Land

Mit ungefähr vierzig Jahren Verspätung vollzieht die deutsche Gesellschaft nun endlich das, was Feministinnen schon lange vorschlagen: Ab 2013 haben Eltern in Deutschland einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für ihr Kind. Um dies auch nur halbwegs einlösen zu können, müssen jetzt holterdipolter Krippenplätze geschaffen werden – was in der Praxis gar nicht einfach ist. Vor allem deshalb, weil es überhaupt nicht genügend Erzieherinnen gibt, von Erziehern ganz zu schweigen. Ich habe das Thema regional für Frankfurt im Bezug auf die evangelische Kirche recherchiert und kommentiert (als große Träger von Kitas und Krabbelstuben sind die Kirchen stark involviert). Ich denke, das wird so ähnlich auch für andere Regionen und Städte sein.

Zum Artikel geht es hier: antjeschrupp.de/krabbelstuben

4. Eine Kirche, die wir lieben können?

Außerdem war ich im März in Stuttgart bei der Mitgliederversammlung der »Offenen Kirche« (das ist sozusagen die »liberalere« Fraktion im württembergischen Kirchenparlament), wo ich eingeladen war, ein Statement zur Frage »Ist die Kirche geschlechtergerecht genug?« zu halten. Das Hauptreferat hielt zuvor die frühere Bischöfin der nordelbischen Landeskirche, Bärbel Wartenberg-Potter. Sie stellte darin die spannende Frage, wie eine Kirche aussehen müsste, die »wir lieben können«. Und ich habe dann einfach mal behauptet, ich hätte schon eine Kirche, die ich lieben kann ☺

Das Vortragsmanuskript könnt Ihr im Internet hier nachlesen: antjeschrupp.de/postpatriarchale-kirche

5. Filmreif: Paul Verhoevens Jesus-Buch

Auch wenn nun in diesem Newsletter die religiösen Themen ein wenig die Oberhand gewinnen, möchte ich noch auf eine weitere Rezension hinweisen. Paul Verhoeven (der niederländische Filmemacher mit Hollywood-Erfolgen wie »Basic Instinct«) hat ein Buch über Jesus geschrieben. Das interessierte mich nicht so sehr wegen Jesus, sondern wegen Paul Verhoeven, der nämlich seit längerem auch als Regisseur für einen möglichen Film über Victoria Woodhull im Gespräch ist. Das Jesus-Buch ist schon mal gut und würde sich auch zum Verfilmen eignen. Trotzdem drücke ich natürlich die Daumen, dass Verhoeven zuerst einmal das Leben von Victoria Woodhull verfilmt – und anschließend dann meinetwegen auch das von Jesus.

Meine Rezension findet ihr hier: http://antjeschrupp.com/2009/04/15/filmreif-paul-verhoevens-jesus-buch/ Und wer nicht weiß, wer Victoria Woodhull ist, kann (und sollte!) das hier nachlesen: www.victoriawoodhull.de

6. Internet-Debatte über asymmetrische Geschlechterdifferenz

Der Blog »Mädchenmannschaft« gilt als einer der beliebtesten deutschen Feminismus-Blogs im Internet. Initiiert haben ihn Autorinnen des Buches »Wir Alphamädchen«, und ich kam mit ihnen in Kontakt, weil eine Freundin von mir einer von ihnen, Barbara Streidl, mein Büchlein »Zukunft der Frauenbewegung« geschenkt hat. Sie darüber eine Rezension gebloggt und ist dann zu einem meiner Vorträge gekommen. Dann hat sie dazu bei der »Mädchenmannschaft« etwas geschrieben, und losgegangen ist eine Diskussion über die Geschlechterdifferenz, in die ich mich dann ebenfalls eingemischt habe. Mit ambivalenten Ergebnissen.

Für alle, die sich ein Bild machen möchten, hier ist der Link: http://maedchenmannschaft.net/geschlechter-gegenuber/

7. Vorträge in den nächsten Wochen

Last not least nun noch die Vorträge der nächsten Wochen:

  • Am Donnerstag, 23. April, bin ich in Lübeck und referiere zum Thema »Über das Böse – eine weiblich-theologische Sicht«, und zwar im Rahmen des Studium Generale »Was ist der Mensch? Natur – Kultur« der Uniklinik Schleswig-Holstein um 19.15 Uhr im Zentralklinikum, Hörsaal Z 1/2.

  • Am Mittwoch, 29. April, geht es wieder um »Methusalems Mütter – Chancen des demografischen Wandels«, und zwar um 20 Uhr in der Stadtbücherei Dietzenbach, Darmstädter Straße 7.

  • Am Donnerstag, 7. Mai, heißt das Thema »Die Freiheit der Frauen in einer gleichgestellten Welt«, und zwar im Rahmen eines Fachtags der Frauenbeauftragten in Wiesbaden zum Thema »Frauen- und Mädchenpolitik«, mit anschließendem Workshop, 13 bis 17 Uhr im Rathaus (Schlossplatz).

Danach kommt dann der Kirchentag vom 20. bis 24. Mai in Bremen mit vielen sehr spannenden Veranstaltungen. Ich werde in den nächsten Wochen auf meinem Blog vielleicht einige Höhepunkte zusammenfassen. Mehr und Genaueres gibt es dann im nächsten Newsletter. Die Programmpunkte, an denen ich selbst beteiligt bin, stehen aber jetzt schon im Internet, und zwar (wie alle anderen auch) hier: http://antjeschrupp.com/veranstaltungskalender/