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In: Schlangenbrut, Februar 2005

 

Geben wir es zu: Ein bisschen schwer tun wir u ns doch alle, die italienischen Diotima-Philosophinnen im (übersetzten) Original-Text zu lesen. Wie gut, dass es auch in Deutschland philosophisch denkende Frauen gibt, die Gedanken der Mailänderinnen aufgreifen und weiterentwickeln, und wie gut, dass es den Göttert Verlag in Rüsselsheim gibt, der uns alle Jahre wieder mit neuen philosophischen Fünf-Euro-Bändchen erfreut, durch die wir frauenpolitisch inspiriert werden. Sie eignen sich hervorragend als kleine Geschenke - statt Blumen für verdiente Frauen - und helfen manchmal weiter, als Büchlein mit frommen Bibelsprüchen.


Das neueste dieser Bändchen im farbenfrohen Einband ist von Antje Schrupp und heißt "Zukunft der Frauenbewegung". Ja, und endlich haben wir eine Argumentationshilfe in der Hand, mit der wir auf das ewige Tot-Gerede der Frauenbewegung reagieren können. Dazu trägt zunächst einmal bei, dass Antje Schrupp nicht in das allgemeine Jammern einstimmt, sondern an das erinnert, was die Frauenbewegung erreicht hat.

 

Durchaus zutreffend und letztendlich erschreckend ist ihre Erklärung, wie die Patriarchen-Herrschaft von einer Piraten-Herrschaft abgelöst worden ist. Des Weiteren macht sie darauf aufmerksam, dass das, was wir wirklich wollen, von unserem Begehren abhängt und dass vielleicht manche Errungenschaften für Frauen daraufhin abgeklopft werden müssen, ob und von wem sie begehrt oder nicht begehrt worden sind. Wenn Frauen begehren und sich untereinander über ihr Begehren verständigen, dann werden sie aktiv. Deshalb, so Antje Schrupp, kommt es für die Zukunft der Frauenbewegung darauf an, das weibliche Begehren ernst zu nehmen, auch dann, wenn es sich anderswo als bei den klassischen frauenpolitischen Forderungen aufhält. Und zweitens ist es wichtig, die Verhandlungsstärke der Frauen zu vergrößern, damit sie ihre Freiheit so lieben, dass sie nicht mehr bereit sind, sie einzutauschen gegen Lob und Anerkennung der Männer oder gegen scheinbare Sicherheiten. - Eine Zukunft der Frauenbewegung mit Perspektive!

 

Juliane Brumberg

 

 

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