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Mona Yahia: Durch Bagdad fließt ein dunkler Strom, Roman

Eichborn Verlag, Frankfurt 2002, 22 €

 

 

Die Hauptstadt des Irak ist in den Schlagzeilen: Bagdad, das Machtzentrum des Diktators Saddam Hussein, die durch jahrzehntelangen Krieg zerstörte Metropole des Nahen Ostens. Die Jahre vor der Machtergreifung von Saddam Husseins Baath-Partei schildert Mona Yahia in ihrem fesselnden Roman aus der Perspektive des jüdischen Mädchens Lena. Lenas gutbürgerliche Familie gehört zu der großen irakischen Minderheit arabischer Juden, die seit Jahrhunderten in diesem Land leben und sich – mehr oder weniger gut – unter wechselnden Regimes als gesellschaftliche Größe etabliert haben. Doch mit der Gründung des Staates Israel wird alles anders. Das Schwanken zwischen nationaler Zugehörigkeit und religiöser Identität endet mit dem Sechstagekrieg zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn 1967: Von nun an wächst der Druck auf die jüdische Bevölkerung im Irak, islamischer Nationalismus kommt auf, Freundschaften zerbrechen und Freunde kommen ins Gefängnis. Wie die meisten jüdischen Familien hat bald auch die von Lena nur noch ein Ziel: die Flucht.

 

frauen unterwegs, April 2003

 

 

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