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Sarah Waters: Die Muschelöffnerin

Daphne Verlag, Göttingen 2002, 24,95 €

 

Haben Sie jemals eine Whitstable-Auster gegessen? Nein? – macht nichts. Zum Glück gibt es ja Bücher, die helfen, unbekannte Welten zu erschließen. Dieses hier gehört dazu. Vom ersten Satz an („Haben Sie jemals eine Whitstable-Auster gegessen?“) zieht Sarah Waters mit ihrer Geschichte die Leserin in ihren Bann und – schwupp – fühlt man sich wie an einen fernen Ort versetzt. Genauer gesagt: Nach Whitestable, England, 1888. Sie schlüpft in die Haut von Nancy Astley, einem unscheinbaren Mädchen, das im Restaurant seiner Eltern Austern schrubbt. Bis etwas Unglaubliches (wie sie denkt) geschieht: Nancy verliebt sich – und zwar in eine Frau! Mit der Angebeteten geht sie nach London, wo... Nein, was passiert, wird nicht verraten. Nur so viel vielleicht: Wie in allen guten Romanen geht es um Liebe und Verrat, um Treue und Selbstachtung, und um die Verantwortung einer Frau für sich, für andere und für die Welt. Dieses Buch ist spannend wie ein Krimi, klasse erzählt und – was auch nicht ganz unwichtig ist – hervorragend übersetzt.

 

frauen unterwegs, Februar 2003

 

 

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