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Arendt: Über das Böse
Asefaw: Genitalbeschneidung
Bechara: Zehn Jahre meines Lebens
Benard: Die Politik ist ein wildes Tier
Berger: Bikini
Burbach/Döge: Gender Mainstreaming
Choe/Meutrath: Das Schweigen brechen
Coakley: Macht und Unterwerfung
Delbrel: Gott einen Ort sichern
Domentat: Lass dich verwöhnen
Eggehorn: Saras Lachen
Farhat-Naser: Verwurzelt...
Fischer: Gotteskünderinnen
Flesch-Thebesius: Außenseiter
Francia: Magie der Sprache
Gaschke: Die Emanzipationsfalle
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Günter: Die weibl. Seite der Politik
Günter: Die weibl. Hoffnung der Welt
Günter: Frauen-Vorbilder
Günter: Frauen Autorität Pädagogik
de Jong: Babys aus dem Labor
Hamel: Der Fall Neaira
Herman: Das Eva-Prinzip
Hidalgo: Medea des Euripides
Hildebrandt, Irma
Hirsi Ali: Mein Leben, meine Freiheit
Käßmann: Mitte des Lebens
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Kapfer: Die Frauen von Maroua
Kelek: Die verlorenen Söhne
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Neumayr: Kritik der Gefühle
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Praetorius: Handeln aus der Fülle
Praetorius: Die Welt - ein Haushalt
Praetorius: Gott dazwischen
Riegel: Gott und Gender
Rinscheid: Lebe - Yascha
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Seidler: Frauen-Auto-mobil
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Wind: Dorothee Sölle
Zimmermann: I Ging

 

 

Hilal Sezgin: Typisch Türkin? Portrait einer neuen Generation, Herder 2006, 191 Seiten.

 

 

Wohnzimmerplausch mit Verstand und Witz

 

Hilal Sezgins Report über deutsch-türkische Frauen der zweiten Generation ist in jeder Hinsicht ein Genuss – erhellend und aufschlussreich, was die Einblicke in das Lebensgefühl und Selbstverständnis der porträtierten Frauen betrifft; brillant und witzig geschrieben, so dass die Lektüre schlicht unterhaltsam ist.

 

Das Buch basiert auf 19 biografischen Interviews, die wenn auch nicht völlig repräsentativ, so doch eine gewisse Bandbreite an Lebensstilen und familiärem Hintergrund abbilden. Die erfolgreiche Ärztin ist ebenso vertreten wie die Hausfrau und Mutter, die Kellnerin ebenso wie die Anwältin, dezidiert emanzipierte Frauen ebenso wie solche, die traditionelle Werte pflegen und vertreten, Singles ebenso wie (arrangiert oder romantisch) Verheiratete oder Geschiedene, wobei sich die Altersspanne von Anfang zwanzig bis Ende vierzig bewegt.

 

Das Buch ist vor allem deshalb so angenehm zu lesen, weil Hilal Sezgin ihre Interviews nicht führt, um eine schon vorgefertigte und feststehende Meinung zu untermauern, sondern wirklich an ihrem Gegenüber interessiert ist. Als Leserin sitzt man quasi mit im Café oder im Wohnzimmer und lauscht dem Interview, oder vielmehr dem Gespräch, denn Sezgin fragt immer wieder kritisch nach, widerspricht, ironisch kommentiert.

 

Dabei werden viele Themen, die derzeit die deutsche „Multikulti“-Debatte prägen, angesprochen – von der Klassenfahrt über arrangierte Ehen bis hin zu patriarchalen Vätern – aber eben nicht abstrakt moralisierend, sondern so, wie sie sich in der Lebenssituation der jeweiligen Frau dargestellt haben. Gerade diese individuelle Perspektive, die in den Erzählungen zum Ausdruck kommt, ist unglaublich stark, weil sie jenseits von Verallgemeinerungen und Pauschalisierungen deutlich macht, wovon Handlungsspielräume abhängen: Eben nicht nur von den äußeren Umständen, sondern zum Beispiel auch von der jeweiligen Entschlossenheit und Vorgehenswiese – wenn etwa die eine Schwester es durchsetzt, bei Klassenfahrten dabei sein zu können, die andere aber den Konflikt scheut und zuhause bleibt.

 

Dass diese Geschichten nicht einfach isolierte Erzählungen bleiben, sondern wirklich einen hilfreichen Zugang zu deutsch-türkischen Kulturen und Lebensstilen ermöglichen, liegt an den intelligenten (und teils auch augenzwinkernden) Analysen, mit denen Sezgin die Erzählungen ihrer Gesprächspartnerinnen kommentiert. Dabei lässt sie alle Klischees blass aussehen, nicht weil sie sie entrüstet von sich weist, sondern weil ihre Erklärungen und Erläuterungen einfach besser und überzeugender sind.

 

Mein Tipp: Unbedingt lesen, verschenken, weiterempfehlen!

 

 

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