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Ulrich Riegel: Gott und Gender. Lit Verlag, Münster 2004, 410 Seiten. 29.90 EUR

 

Mit einer empirischen Befragung unter knapp 1500 Schülerinnen und Schüler von 9. Klassen in Bayern untersuchte der Autor die Geschlechtsvorstellungen in den Gottesvorstellungen Jugendlicher: Ganz deutlich überwiegen geschlechtsneutrale Zuschreibungen wie „Macht“, „Kraft“ oder „Energie“, aber auch männliche Metaphern wie „Vater“ oder „Freund“ werden zu etwa einem Drittel genannt, während weibliche Metaphern praktisch nicht vorkommen. Dabei überwiegen die männlichen Gottesbilder bei christlich gebundenen Jugendlichen, während religiös Distanzierte eher neutrale Bilder wählen. Gleichzeitig sehen die wenigsten Jugendlichen Zusammenhänge zwischen der Geschlechter- und der Gottesfrage.

 

Mit seiner Studie wollte Riegel die Kritik der feministischen Theologie an einem androzentrischen Gottesbild empirisch überprüfen und Wegweisungen für religionspädagogisches Handeln geben. Sein Vorgehen ist weit ausholend und ungeheuer umständlich; wer mit der Methodik empirischer Sozialwissenschaft nicht vertraut ist, wird das Buch nicht verstehen können. Trotz einzelner interessanter Befunde im Detail rechtfertigen die überwiegend erwartbaren Ergebnisse die Mühe der Lektüre kaum. Das größte Manko ist dabei, dass die Antworten der Jugendlichen zwar nach Schulform, sozialem Kontext und Regionen aufgedröselt wurden, nicht jedoch nach Geschlecht – ob und wie sich die geschlechtliche Ladung des Gottesbildes bei Jungen und Mädchen unterscheidet, erfährt man nicht.

 

In: Publik Forum, 18.11.2005

 

 

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