Helga Kuhlmann/Stefanie Schäfer-Bossert (Hg)
Hat das Böse ein Geschlecht?
Kohlhammer. 232 Seiten. 23 EUR.
Hat das Böse ein Geschlecht?
Durch eine Frau kam das Böse in die Welt – so lautet noch immer
eine weit verbreitete christliche Falschauslegung der biblischen
Schöpfungsgeschichte. Aber nicht nur Eva gilt als Mutter aller Sünde, auch in
anderen weiblich konnotierten Bildern hat das Böse Gestalt angenommen: die
Hexen, die Hure Babylon, die erotische Verführerin – um nur einige zu nennen.
Die Beiträge dieses an eine akademische Leserinnenschaft gerichteten Buches
beschäftigen sich aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln mit der Frage nach dem
„Geschlecht des Bösen“ in der christlichen Ideenwelt. Ansätze feministischer
Theologinnen wie Ivone Gebara oder Carter Heyward werden ebenso vorgestellt wie
exemplarische Rezeptionsgeschichten „böser“ Frauen, etwa der biblischen Isebel
oder der Päpstin Johanna. Einleitend führen gendertheoretische Aufsätze zum
Thema hin, abschließend werden religionspädagogische Ansätze für die Praxis
angeboten. Schade ist allerdings, dass sich die Beiträge meist mit der Analyse
und Kritik der gegenwärtigen Theologie begnügen und wenig eigenständige
Alternativen anbieten, wie das Böse denn anders oder neu gedacht werden könnte.
In: Publik Forum, September 2007