Romane
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Sammelrezensionen

Wenn Frauen Männer lieben
Berg: Ende gut
Djebar: Frau ohne Begräbnis
Farsaie: Eines Dienstags...
Franke: denkmalimkopf
Gerstel-Rühle Umbruch
Hegi: Emma Blau
Held: Das Zimmermädchen
Hensel: Im Spinnhaus
Hinz: Mirjas Macht
Jünemann: Die Anarchistin
Kirino: Umarmung des Todes
Kocmann: Gebrannte Erde
Liebrecht: Fremde Frauen
Müller-Jahnke: Freiheit
Nunez: Für Rouenna
Pehnt: Insel 34
Pedrosa: Du fehlst mir
Pedrosa: In deinen Händen
Prugger: Nackte Helden
Smith: Der Autogrammhändler
Strobl: Tödliches Karma
Waters: Die Muschelöffnerin
Welsh: Dunkelkammer
Wetzel: Lange Tage
Widmer: Liebesgrund
Wilson: Vier Frauen
Yahia: Durch Bagdad

 

 

Viktorija Kocman: Ein Stück gebrannter Erde. Novelle, Milena-Verlag, Wien 2003, 14,90 €

 

Marina, die Serbin, und Armin, der Kosovo-Albaner, leben schon lange in Wien und sind seit zehn Jahren ein glückliches Paar – wäre da nicht der Bürgerkrieg in ihrem Heimatland Jugoslawien, der ihre Familien zu Feinden hat werden lassen. Als Armins jüngere Schwester Arieta von Serben vergewaltigt wird und er sie mit nach Wien bringt, spitzt sich die Lage zu. Unversöhnlich verweigert sich Arieta jeder Beziehung zu Marina, der „Feindin“. Victorija Kocman schildert das Geschehen jeweils im Wechsel aus der subjektiven Perspektive der beiden Frauen, und ebenso hilflos wie der um Frieden und Ausgleich bemühte Armin schaut die Leserin zu, wie der Konflikt  unweigerlich auf die Trennung der Nationalitäten auch im Privaten zusteuert. Am Ende bleibt die Frage: Wie sympathisch ist eigentlich Armins Bemühen, sich aus dem Streit der Frauen herauszuhalten? Ist das wirklich Pazifismus – oder zeigt sich darin vielleicht genau jene Gleichgültigkeit in Beziehungsfragen, die Marina schon vorher, in Friedenszeiten, an ihm missfallen hat?

 

Frauen Unterwegs, November 2003

 

 

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