Margot Käßman: In der Mitte des Lebens. Herder. 160 Seiten.
16,95 €
Es ist in Zeiten, in denen alle Welt über den demografischen
Wandel und das Älterwerden nachdenkt, keine besonders originelle Idee, ein Buch
über das Lebensgefühl von Frauen um die fünfzig zu schreiben. Aber wenn schon,
dann ist Margot Käßmann, 1958 geboren, als Autorin sicher keine schlechte Wahl.
Der Bischöfin der evangelischen Landeskirche Hannovers und neuen Ratspräsidentin
der EKD ist es gelungen, das Thema solide, nachdenklich, und doch mit leichter
Hand zu bearbeiten. Sie schreibt von sich selbst ausgehend, über ihren Beruf,
ihre Krankheit, ihre Töchter, ihre Freundinnen und
kurz auch über ihre Scheidung. Es geht um
Lebenserfahrung und Veränderung, Beziehungen und Eigensinn, Körper und Seele.
Dabei durchwebt Käßmann das persönlich Erlebte mit christlichem
Hintergrundwissen, was nur manchmal ein wenig belehrend wirkt. Kontroverse
Positionen fehlen allerdings völlig. Und dennoch ist das Buch insgesamt
sympathisch – ein klassisches Stück christlicher Erbauungsliteratur eben.