Sarah Coakley: Macht und Unterwerfung. Gütersloher
Verlagshaus. 220 Seiten. 22,95 EUR.
Das Paradox, dass „eine unhintergehbare Kapitulation vor Gott der
geheime Grund und Ursprung von Ermächtigung ist“, hält Sarah Coakley,
Professorin für Systematische Theologie an der Harvard University (USA), für
einen der zentralen christlichen Glaubensinhalte. In ihrer sehr eindrucksvollen
Aufsatzsammlung geht sie diesem Thema anhand spezieller dogmatischer
Themenstellungen und aus feministischer Perspektive nach: zum Beispiel der Frage
nach der „Entäußerung“ Gottes in der menschlichen Gestalt Jesu, der Auffassung
von Kontemplation bei Kirchenvätern und im Mittelalter, der heutigen Aktualität
des Auferstehungsglaubens oder dem eschatologischen Gehalt
dekonstruktivistischer Körpertheorien. Auf überraschende Weise bringt Coakley
dabei theologische und philosophische Ansätze über die Jahrhunderte hinweg
miteinander ins Gespräch. Ein nicht leicht zu lesendes Buch, das jedoch höchst
originelle Thesen enthält und in seiner sprachlichen Klarheit auch außerhalb der
Universitäten gelesen werden kann.
In: Publik Forum, 13.6.2008