Hyondok, Choe; Meuthrath, Annette (Hg)
Das Schweigen brechen. Asiatische Theologinnen ringen um die
befreiende Dimension des Glaubens. Herder, Freiburg i.Brsg 2005, 335 Seiten,
19,90 EUR
Ob in Indien, China, Malaysia oder auf den Philippinen – Frauen
sind in den meisten Ländern Asiens auf vielfältige Weise unterdrückt, sie leiden
unter Armut und patriarchaler Kultur, und auch die katholische Kirche hat daran
in der Vergangenheit nicht viel geändert: Dies ist der unbestreitbar
zutreffende, allerdings auch wenig überraschende Befund dieses Bandes. Die
Textsammlung entstand bei einer Konferenz katholischer asiatischer Theologinnen
im November 2002 in Thailand. Die meisten Autorinnen – Ordensfrauen,
Wissenschaftlerinnen, Frauen aus Gemeinden – berichten von ihrem Bemühen,
feministisch-theologische Erkenntnisse für ihre Länder fruchtbar zu machen.
Regionale Kulturen und Denktraditionen werden dabei tendenziell als rückständig
beurteilt, eine oft fehlende „kritische Reflexion“ der Frauen vor Ort bemängelt.
Insofern zeugt der Band vor allem von dem Versuch einer Inkulturisation
westlichen Denkens in asiatische Gesellschaften. Nicht thematisiert wird
hingegen, inwiefern von den östlichen Kulturen auch kritische Anfragen an eine
westlich dominierte Theologie ausgehen. Für speziell am Katholizismus in Asien
Interessierte kann das Buch dennoch aufschlussreich sein.
in: Publik
Forum, 26.5.2006