Romane
Sachbücher
Sammelrezensionen

Wenn Frauen Männer lieben
Berg: Ende gut
Djebar: Frau ohne Begräbnis
Farsaie: Eines Dienstags...
Franke: denkmalimkopf
Gerstel-Rühle Umbruch
Hegi: Emma Blau
Held: Das Zimmermädchen
Hensel: Im Spinnhaus
Hinz: Mirjas Macht
Jünemann: Die Anarchistin
Kirino: Umarmung des Todes
Kocmann: Gebrannte Erde
Liebrecht: Fremde Frauen
Müller-Jahnke: Freiheit
Nunez: Für Rouenna
Pehnt: Insel 34
Pedrosa: Du fehlst mir
Pedrosa: In deinen Händen
Prugger: Nackte Helden
Smith: Der Autogrammhändler
Strobl: Tödliches Karma
Waters: Die Muschelöffnerin
Welsh: Dunkelkammer
Wetzel: Lange Tage
Widmer: Liebesgrund
Wilson: Vier Frauen
Yahia: Durch Bagdad

 

 

 

 

Sibylle Berg: Ende gut, Roman, Kiepenheuer & Witsch, Köln 2004, 19,90 Euro

 

Depressionen hält die Heldin dieses Buches für einen ganz normalen menschlichen Zustand. Träge quält sie sich durch die Tage, überschwemmt von sinnlosen Informationen, umgeben von traurigen Gestalten, armen Irren und affigen Angebern (andere Menschen gibt es nicht auf der Welt) und ohne jede Idee davon, welchen Sinn ihr Leben möglicherweise haben könnte. Messerscharf seziert sie das Elend des neuen Jahrtausends, Diagnose: unheilbar. Etwa nach der Hälfte des Buches, wenn sich die Leserin schon fast an diesen Zustand gewöhnt hat, geht die Welt dann tatsächlich unter. Das Ebola-Virus grassiert, ebenso die Pest, die Katastrophen häufen sich, sodass schließlich nicht mal der Nachrichtensender CNN das alles vermelden kann. Aber die Heldin entkommt. Und am Schluss, ganz am Ende des Buches, gibt es tatsächlich noch das im Titel angekündigte Happy End, mit dem niemand mehr gerechnet hat. Das ist kein Buch für Menschen, die auf „positives Denken“ schwören. Alle anderen sollten es unbedingt lesen!

 

aus: Frauen Unterwegs, September/Oktober 2004

 

Auf dem Laufenden bleiben: Newsletter abonnieren!

 

Startseite - aktuelle Projekte - Veranstaltungen - Wegweiser - Vortragsmanuskripte