Ina Praetorius: Gott
dazwischen. Eine unfertige Theologie. Grünewald, Ostfildern 2008, 14,90 Euro,
143 Seiten
Gott dazwischen –
Spiritualität im Alltag
Es
ist nicht leicht, über Spiritualität oder – noch konkreter – über die eigene
Frömmigkeit so zu sprechen oder zu schreiben, dass es nicht kitschig oder
moralisch oder banal klingt. Der Schweizer Theologin Ina Praetorius ist dieses
Kunststück in ihrem neuen Buch „Gott dazwischen“ gelungen.
In den hier
versammelten Artikeln und Glossen fehlt kein „großes“ theologisches Thema, von
der Auferstehung bis zur Bioethik. Praetorius nähert sich diesen Fragen jedoch
mit Unbefangenheit und sucht ihre Bedeutung im Konkreten, Alltäglichen.
Wissenschaftliche Erkenntnisse (vor allem der feministischen Theologie) sowie
Erkundungen im Grenzbereich zur Philosophie fließen dabei durchaus ein, ohne
jedoch „gelehrt“ zu wirken. Eine Theologie, die befreiende Frömmigkeit im Alltag
ermöglicht, kann niemals dogmatisch oder abgeschlossen sein, lautet die
Grundthese des Buches – weshalb es, so der Untertitel, auch „Eine unfertige
Theologie“ bietet.
Praktischerweise sind
die Artikel den religiösen Festen und Zeiten des Kirchenjahres zugeordnet. Das
Buch ist daher „geistliche Nahrung“ im wahrsten Sinne des Wortes, und es
inspiriert mit seinen unkonventionellen Perspektiven auf oft gehörte Themen bei
der Vorbereitung von Gottesdiensten oder Gemeindefeiern. Außerdem ist es so
geschrieben, dass die Texte auch ohne theologische Vorkenntnisse leicht zu
verstehen sind – und ist damit auch guter ein Geschenktipp für Weihnachten.