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Die Welt ist schwer zu verstehen ...

... vielleicht mal ein bisschen in dem stöbern, was andere schon gedacht haben?

 

Die Heilige Katharina und die Philosophen...

 

 

Das ist die politische Kultur der Frauen mit der Wiederaufnahme und der Kultivierung der Differenz durch den Feminismus: Die Aufmerksamkeit für das Andere, die Wertschätzung des Gesprächs, das Wissen, das daraus entsteht, dass man sich selbst verändert, die Schaffung einer Autorität, die von der Macht unabhängig ist, das Zurückweisen jeder Form von Repräsentanz, das anwesend Sein in erster Person, das von sich selbst Ausgehen... Kurz - das, was wir die Politik des Symbolischen nennen. (Luisa Muraro)

 

 

Schon als Kind war ich eine Heulsuse. Aber heute schäme ich mich nicht mehr dafür. Denn ich habe gemerkt: Ich heule nicht aus Schwäche, ich heule, weil ich zornig bin. Heulen ist eine Reaktion, wenn  Reden nicht mehr hilft und ich das Gefühl habe, ohnehin nur gegen die Wand zu laufen. Weibliche Autorität hingegen schafft eine neue symbolische Ordnung stiftet und setzt dem Missbrauch der Macht etwas entgegen. Und dann entsteht Raum für folgenden Gedanken: Das Patriarchat ist zu Ende - weil die Frauen nicht mehr daran glauben. Weibliches Begehren bringt Neues in die Welt und macht möglich, was bisher als unmöglich galt. Ein möglicher Weg, das eigene Begehren zu erkennen ist der Neid - ein ungeliebtes, aber vielsagendes Gefühl.

 

Was wäre wenn? fragt das Begehren und zieht seine Stärke nicht aus Forderungen und Zielen, sondern aus dem Neuanfang. Was wäre wenn? - das ist deshalb auch die Grundfrage jedes guten Science Fiction, und ohnehin haben Frauen und Aliens vieles gemeinsam. Insgesamt: Lohnende Blicke in parallele Welten... Möglicherweise ist ein gewisses Maß an Entfremdung als Chance zu sehen, kann die "Fremdheit" der Frauen ins Fruchtbare gewendet werden.

 

So manches gerät dann auf den Prüfstein. Zum Beispiel die Kant'sche Pflichtethik, die nicht wirklich hilfreich ist beim Nachdenken über das Müssen. Oder auch über das Böse oder über das Gute. Auf viele Vordenkerinnen lässt sich dabei aufbauen, auf Hannah Arendt vor allem, auf Simone Weil, und auch auf Simone de Beauvoir. Die Arbeit an einer neuen symbolischen Ordnung trägt dazu bei, dass sich Frauen in der Welt sicher und heimisch fühlen - und darin eine andere Ordnung schaffen. Sie bringen neue Ideen für die heute wieder sehr aktuelle Frage nach dem Gewissen in Staat und Gesellschaft, Immer wieder ist es dabei notwendig, sich von einer Aufteilung der Welt in Schwarz und Weiß zu verabschieden - weil ein Denken in Gegensätzen nicht weiter hilft.

 

Starke Frauen sind deshalb auch nicht einfach dasselbe, wie starke Männer. Grundsätzlich gefragt gehört daher auch unsere westliche Kulturtradition, die zwischen Freiheit und Liebe gerne mal einen Gegensatz aufbaut. Und obwohl vielfach verkitscht und missbraucht, sollten die beiden Begriffe in den politischen Diskurs zurückgeholt werden. Unverbrauchte Worte brauchen wir, um darüber zu sprechen (wie Chiara Zamboni in ihrem Buch über Frauen und Männer in der Sprache es formuliert). Sie gehört zu den DIOTIMA-Philosophinnen - auch bekannt als "die Italienerinnen" oder "Affidamento-Ansatz", der Antworten auf die Frage gibt, Warum (und wann) Beziehungen unter Frauen die Grundlage weibliche Freiheit sind. Wichtig dafür ist die bewusste Besinnung auf die erste Beziehung, die uns in die Welt brachte - die symbolische Ordnung der Mutter.

 

Aber für die Frauenbewegung ist das eigentlich nicht wirklich neu, hier ging es schon immer weniger darum, die Macht zu erobern, als vielmehr darum, sich von der Macht zu verabschieden. In der evangelischen Kirche zum Beispiel haben Frauen längst Zugang zu allen Ämtern. Trotzdem sind sie - zu Recht - immer noch unzufrieden, die Frauen in der Amtskirche. Ein Ausflug in die Geschichte zeigt außerdem, dass der Gleichstellungsfeminismus bei seiner Entstehung nichts anderes war, als ein verzweifeltes Rückzugsgefecht der Feministinnen gegen einen überschäumenden bürgerlichen Antifeminismus, lohnend daher auch die Beschäftigung mit den Politischen Ideen von Frauen im 19. Jahrhundert.

 

 

 

Und nun, was tun?

 

 

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