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Der
Einfluss von Frauen auf den frühen Anarchismus
Das
Interesse feministischer Forscherinnen an der Geschichte des Anarchismus hat
sich bislang auf wenige herausragende Figuren wie Louise Michel, Emma Goldmann
oder Clara Wichmann konzentriert. Vom Einfluss von Frauen auf die Anfänge des
Anarchismus, in den sechziger und siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts, ist
wenig bekannt. Das liegt wohl zum großen Teil daran, dass die
"Ahnenreihe" des Anarchismus häufig mit dem französischen
Sozialphilosophen Pierre-Joseph Proudhon begonnen wird, einem überzeugten
Antifeministen, was natürlich den Schluss auf feministische Gründungsimpulse
zu widerlegen scheint. Wenn man die Anfänge des Anarchismus bei Proudhon sucht
– und fast jede allgemeine Darstellung der Geschichte des Anarchismus tut das
– dann lässt sich kaum vermuten, dass Frauen mit diesen Anfängen etwas zu
tun gehabt haben könnten.
Daran
hat auch die Tatsache nichts geändert, dass die zweite große Gründerfigur des
Anarchismus, der russische Revolutionär Michael Bakunin, im Bezug auf das Verhältnis
der Geschlechter eine dezidiert egalitäre Haltung einnimmt. Zwar gilt er
deshalb für manche seiner Biografen geradezu als "Pionier der
Frauenemanzipation"[1],
doch der eklatante Widerspruch zwischen Proudhon und Bakunin – die doch beide
den Anarchismus begründet haben sollen – scheint den Ideengeschichtlern
bisher wenig Kopfschmerzen bereitet zu haben. Aus androzentristischer
Perspektive ist eben die jeweilige Position, die eine politische Theorie zu
"den Frauen" einnimmt, schlicht unwesentlich, so als ob manche Leute
zufällig Antifeministen und andere Feministen seien, ohne dass sich das
Auswirkungen auf den Rest ihrer Theorie im geringsten auswirken würde.
Geht
man jedoch davon aus, dass die Geschlechterdifferenz einen wesentlichen Punkt im
Rahmen einer politischen Theorie darstellt – und die zeitgenössischen Akteure
inklusive Proudhon und Bakunin tun das – so muss die Annahme einer gemeinsamen
Traditionslinie von Bakunismus und Proudhonismus in Frage gestellt werden. Wenn
man diese Perspektive erst einmal einnimmt, dann erschließen sich auch ganz
neue Erkenntnisse über das, was damals in der europäischen Arbeiterbewegung,
vor allem in der Ersten Internationale, diskutiert
wurde. Und es stellt sich heraus, dass Frauen bei diesen Diskussionen in
entscheidendem Maß beteiligt waren.[2]
Virginie
Barbet und die "Allianz der sozialistischen Demokratie"
Die
männerzentrierte Sichtweise, nach der im frühen Anarchismus Frauen nicht
vermutet werden, hat bis in die Quelleneditierung hinein Verwirrung gestiftet.
Folgende Passage zum Beispiel findet sich im Protokoll vom 5. Juni 1869 der
Versammlung der "Allianz der Sozialistischen Demokratie", einer
politischen Gruppe von Frauen und Männern, die Bakunin ein halbes Jahr zuvor in
Genf gegründet hatte: "Bakunin berichtet über das Treffen in Neuchatel
... dann verliest er einen Brief an Madame Barbet in Lyon, begleitet von einem
Artikel über das Erbrecht – Fortsetzung der Diskussion ... worauf Abschaffung
des Erbrechts einstimmig akzeptiert wird"[3].
Der Text ist merkwürdig: Warum sollte Bakunin einen Brief und einen Artikel,
den er an Virginie Barbet nach Lyon schicken will, vorher öffentlich verlesen?
Ist es nicht eher üblich, dass man in einer politischen Versammlung Briefe
verliest, die man von Gleichgesinnten bekommen hat? Virginie Barbet, die
angebliche Adressatin des Briefes, war Mitglied in der Allianz und schrieb häufig
Artikel für sozialistische Zeitungen – unter anderem auch für die Zeitung
"Egalité", deren Redaktion von Bakunin geleitet wurde. Wäre es da
nicht wahrscheinlicher, dass sie einen Brief an Bakunin geschrieben hat, mit der
Bitte, ihren beiliegenden Artikel zu veröffentlichen? Mit anderen Worten: Könnte
da nicht im Laufe der Überlieferungsgeschichte der Protokolle aus dem Wörtchen
"von" das Wörtchen "an" geworden sein?
Wenn
man hier textkritisch nachforscht, stellt sich erst einmal heraus, dass das
französische Original des Protokolls nicht mehr auffindbar ist, sondern zwei
mal aus einem jeweils nur handschriftlich vorliegenden Text übertragen wurde[4]
- es gibt also zwei mögliche Fehlerquellen. Der entscheidende Hinweis findet
sich schließlich bei James Guillaume, der damals Redaktionsmitglied der Egalité
war. Er erinnert sich, im Juni oder Juli 1869 eine Zuschrift zum Thema Erbrecht
erhalten zu haben, die "einige Einwände gegen einen Artikel von Madame
Virginie Barbet aus Lyon vorbrachte, der in der Nummer vom 12. Juni veröffentlicht
worden war"[5].
In dieser Ausgabe ist in der Tat ein Artikel über das Erbrecht enthalten, der
auch noch aus Lyon datiert– eine Indizienkette, die ausreichen sollte, um in
Virginie Barbet die Autorin dieses
Artikels zu sehen, der bislang Bakunin zugeschrieben wurde.
Es
waren also, unter anderem, die Thesen einer Frau, Virginie Barbet, die den
Diskussionen in der Bakunin-Gruppe zu Grunde lagen. Die Forderung nach
Abschaffung des Erbrechs stellte Bakunin im September 1869 beim Basler Kongreß
der Ersten Internationale zur Abstimmung und forderte damit die Marxisten
heraus, die dies ablehnten. An dieser Frage wurde erstmals die Spaltung der
Internationale in zwei gegensätzliche theoretische Lager, den Anarchismus und
den Marxismus, sichtbar, ein Konflikt, der zwei Jahre später zum Ende der
Internationale führte und den Anfang einer jahrzehntelangen ideologischen
Auseinandersetzung über die theoretische Ausrichtung der sozialistischen
Bewegung markiert. Und dennoch – kein Mensch kennt heute Virginie Barbet!
Dabei
scheint sie eine wichtige Persönlichkeit der bakunistischen Allianz und der
Lyoner Sektion der Internationale gewesen zu sein. In Quellendokumenten begegnet
ihr Name relativ häufig, in Mitgliederlisten, Protokollen oder als Unterschrift
unter Aufrufen und Solidaritätsbekundungen. Auch Chronisten der Internationale
wie James Guillaume, Sreten Maritch, Jacques Rougerie oder Maurice Moissonier
erwähnen Barbet, allerdings meist in Anmerkungen oder Nebensätzen.[6]
Über ihre Biografie ist deshalb nur wenig bekannt, nicht einmal ihr Geburts-
und Todesjahr. Man weiß lediglich, dass sie in Lyon eine Gaststätte betrieben
hat.[7]
Andererseits ist jedoch von ihr genügend Schriftliches erhalten –
Zeitungsartikel, Flugschriften, Manifeste[8]
– so dass sich durchaus mehr über sie sagen lässt, als nur einen Hinweis auf
die bloße Tatsache ihrer Existenz zu geben.
Es
ist nicht ganz klar, unter welchen Umständen Barbet zur Allianz der
sozialistischen Demokratie gefunden hat, aber wahrscheinlich ist es beim
Kongress der Friedens- und Freiheitsliga im September 1868 zum Kontakt zwischen
ihr und Bakunin gekommen. Die Liga war eine internationale Vereinigung von zum
Teil sehr prominenten Reformerinnen und Reformern wie Victor Hugo, John Stuart
Mill oder Giuseppe Garibaldi, die für eine Überwindung nationaler Konflikte
durch die Gründung einer Europa-Union und die Abschaffung der stehenden Heere
eintrat. Anders als in der vier Jahre vorher gegründeten Internationalen
Arbeiter-Assoziation (IAA), die damals ein reiner Männerverein war, arbeiteten
viele Frauen in der Friedensliga mit, vor allem die Schweizer Feministin Marie
Goegg. Auch Virginie Barbet, die sich dem Kongress als Vertreterin "der
Frauen der Lyoner Sozialdemokratie"[9]
vorstellte, hielt dort eine Rede über die Bedeutung von Fraueninteressen für
politische Bewegungen.
Bakunin
hatte sich von Anfang an stark in der Liga engagiert und auch den Kongress mit
vorbereitet. Seine dringende Forderung, auch sozialistische Positionen in das
Programm aufzunehmen, wurde aber von der bürgerlichen Mehrheit der
Ligamitglieder abgelehnt. Daraufhin traten er und etwa zwanzig weiteren Frauen
und Männern aus der Friedensliga aus und gründeten die "Allianz der
Sozialistischen Demokratie". Eine Sektion dieser Allianz wurde ein halbes
Jahr später, im Sommer 1869 von Virginie Barbet und Albert Richard in Lyon gegründet.
Anders
als Bakunin war Barbet zu diesem Zeitpunkt bereits Mitglied der Internationale,
doch dürfte sie als "überzeugte Anhängerin der Frauenemanzipation"[10],
wie sie sich selbst bezeichnete, mit deren bis dahin eher antifeministischer
Ausrichtung kaum einverstanden gewesen sein. Vor allem in Frankreich war die
Internationale in den ersten Jahren ihres Bestehens nämlich ideologisch sehr
vom Proudhonismus beeinflusst und die französischen Vertreter bei den ersten
Internationale-Kongressen sahen ihre Aufgabe vor allem darin, die Ablehnung der
Frauenerwerbsarbeit in der Programmatik der Internationale zu verankern. Die
Allianz dagegen gab sich sofort ein dezidiert feministisches Programm. Gleich im
zweiten Punkt wird "die politische, ökonomische und soziale Gleichmachung
der Klassen und der Individuen beider Geschlechter"[11]
gefordert – es ist sehr wahrscheinlich, dass Barbet hier eine Möglichkeit
sah, ihr sozialistisches und feministisches Engagement zu verbinden.
Der
Eintritt von Virginie Barbet in die Allianz und deren Anschluss an die
Internationale im Winter 1868/69 fällt in eine Zeit, wo die Internationale in
Frankreich einen Richtungswechsel vollzog. Besonders in Paris wurden die
konservativ-proudhonistischen Gründer nun von jüngeren, militanteren Männern
zurückgedrängt, hier sind vor allem Benoit Malon und Eugène Varlin zu nennen,
die der Internationale ein kämpferischeres, radikaleres, weniger
frauenfeindliches Image gaben. Diesen Richtungswechsel trieb auch Virginie
Barbet in Lyon voran. Spätestens seit Juli 1868 hatte sie Kontakt zu einer
Pariser feministischen Gruppe, der "Sociéte pour la Révendication du
Droit des Femmes" um André Léo, von der später noch die Rede sein wird.[12]
Dabei wurde sie dabei von anderen Frauen aus der Lyoner Internationale, etwa
Marie Richard[13], unterstützt.
Schon
vor ihrer Bekanntschaft mit Bakunin und der Gründung der Allianz ging Barbet
also – in deutlicher Abgrenzung vom saint-simonistischen Feminismus, der die
Geschlechterdifferenz betonte -
davon aus, die Natur habe Frau und Mann gleich geschaffen und daher sei auch die
"Gleichmachung" von Frauen und Männern durch Abschaffung materieller
und kulturell geschaffener Unterschiede möglich. Barbets Anschluss an die
Allianz erscheint vor diesem Hintergrund ganz folgerichtig. Als Schatzmeisterin
der Lyoner Internationale und Mitglied in dem Ausschuss, der die Delegierten für
die internationalen Kongresse wählte, hatte sie auch genügend Einfluss auf die
Lyoner Internationale insgesamt, um einen solchen Richtungswechsel hier anzustoßen.
Dennoch war es nach Meinung der meisten Forscher nicht Barbet, sondern der
blutjunge Albert Richard, der Sohn von Marie Richard, der in der Lyoner
Internationale die Richtung vorgab. Die herausragende Führungsrolle, die vor
allem Richard selber sich zugeschrieben hat,[14]
wird in der Literatur völlig unkritisch übernommen, was aber auch daran liegt,
dass Richard als Vertreter Lyons
bei den IAA-Kongressen 1868 und 1869 in den offiziellen Dokumenten vorkommt,
deren Bedeutung für die Theoriediskussionen in der IAA ohnehin oft überschätzt
wird.[15]
Der Hauptgrund dafür, dass Richards dominante Rolle bisher nicht in Frage
gestellt wurde, ist aber wohl, dass Barbets Teilnahme am Friedensliga-Kongress
in Bern weitgehend unbekannt ist und man also davon ausgeht, dass allein Richard
dort Bakunin kennengelernt habe.
Gegen
Richards Führungsqualitäten sprechen jedoch, neben seinem jungen Alter, die
Einschätzungen zahlreicher Zeitgenossen. James Guillaum charakterisiert als
"dumm", "kindisch" und "überheblich"[16]
Victor Jaclard attestiert ihm "eine Reihe von Charakterschwächen, eine
extrem persönliche Ambition, eine grenzenlose Eitelkeit, einen völlig
unausgeglichenen Geist"[17].
Vor allem aber hatte Richard inhaltlich überhaupt keine gefestigte Position. Es
ist völlig unklar, für welche Inhalte er stand. In der Lyoner Internationale
war er spätestens im Frühjahr 1870 sehr umstritten, man verdächtigte ihn, ein
Polizeispitzel zu sein, und während der Pariser Kommune wurde er dann überzeugter
Bonapartist.[18]
Virginie
Barbets politische Schriften zeigen dagegen eine klare inhaltliche Position.
Eines ihrer wichtigsten Anliegen war, wie bereits angedeutet, die
Abschaffung des Erbrechts: Durch diesen Schritt sollte ein gleicher materieller
"Ausgangspunkt" für alle Kinder geschaffen werden, um die
"Gleichmachung der Individuen" zu befördern. Besonders vehement wurde
diese Diskussion im Vorfeld des Basler Kongresses im September 1869 geführt, wo
die Allianz diese Frage zur Abstimmung brachte. Die Egalité – die Genfer
Allianzzeitung – widmete bereits in der Nummer vom 1. Mai 1869 ihren
Leitartikel diesem Thema. Er stammt sehr wahrscheinlich aus der Feder Bakunins,
der darin vor allem bemüht ist, die kleinbürgerlichen Ängste der Arbeiter zu
beschwichtigen. Anders dagegen der zweite programmatische Artikel zum Thema,
eben der eingangs erwähnte von Virginie Barbet, der am 12. Juni erschien. Dort
polemisiert sie gegen den Autor des ersten Artikels, also Bakunin, wenn sie
schreibt: "Wenn wir diese Frage aufgreifen, ... haben wir uns keineswegs
vorgenommen, eine vertiefende Studie zu machen, sondern wir wollen lediglich die
Aufmerksamkeit ... auf eine der wichtigsten Tatsachen lenken. Ja, der
wichtigsten, denn man darf nicht verschweigen, dass eine soziale Revolution, die
vorgibt, die Gleichheit zu etablieren und nicht mit der Abschaffung des
Erbrechtes anfängt, ihr Ziel eindeutig verfehlen würde".[19]
Für
Barbet ist die Notwendigkeit, das Erbrecht abzuschaffen, keine Frage, die
"vertiefender Studien" bedarf, sondern ein Faktum, das schlicht in
Erinnerung gerufen werden muss. Deutlicher als die meisten anderen
Allianzmitglieder macht sie das Erbrecht zur Prinzipienfrage. Und anders als
Bakunin nimmt sie dabei auch keinerlei Rücksicht auf die Bedenken, die von
kleinbürgerlich-patriarchal orientierten Familienvätern innerhalb der
Arbeiterbewegung zu erwarten sind. Während Bakunin von der Notwendigkeit
ausgeht, überhaupt erst einmal die Diskussion über das Erbrecht zu führen und
sich bemüht, Bedenken durch behutsame Argumentation auszuräumen, macht Barbet
die Erbrechtsfrage sozusagen zur Gretchenfrage. Dass viele auch in der
anarchistischen Bewegung jener Zeit sie damit für zu radikal hielten, wird auch
aus entsprechenden Leserbriefen deutlich.[20]
Ein
anderer Punkt, an dem sich kontroverse Positionen von Barbet und Bakunin
aufzeigen lassen, ist Barbets Konzept der revolutionären Gewaltfreiheit.
Bakunin erhoffte sich in jenen Jahren zunehmend einen revolutionären Schub für
gewaltsame Aufstände und rechnete dabei auch auf das
"Lumpenproletariat", die Deklassierten, die Verzweiflung derer, die
ohnehin nichts zu verlieren haben.[21]
Dies zeugt von einer tendenziell männlichen Perspektive, zumindest im Rahmen
einer Gesellschaft, in der die Sorge um Kinder, kranke und alte Menschen
weitgehend in die Verantwortung von Frauen fallen. Auch dann, wenn sie zum
"Lumpenproletariat" gehörten, dürften Frauen nicht unbedingt die
Desperados gewesen sein, die Bakunin sich vorgestellt. Vielleicht hatte Barbet
diese konkrete Lebensrealität im Blick, denn im Gegensatz zu Bakunin klagte sie
vor allem die Gewaltlosigkeit politischer Aktionen ein.
Ihre
Strategie des gewaltfreien Widerstands kommt sehr deutlich in einem von ihr
verfassten Manifest zum Ausdruck, in dem Lyoner Sozialistinnen im Januar 1870 an
die jungen Männer der Stadt appellieren, ihrer Einberufung zum Militärdienst
nicht zu folgen.[22] Barbets Argumentation ist
dabei nicht eine der prinzipiellen Gewaltlosigkeit. Der Militärdienst müsse
verweigert werden, weil die Regierung des Second Empire nicht die Interessen des
französischen Volks vertrete, sondern die der "Unterdrücker des
Proletariats". Für den Fall, dass es zum passiven Widerstand in Form einer
Militärdienstverweigerung kommt, sagt Barbet den jungen Wehrpflichtigen die
Unterstützung der Frauen zu. Sie rät ihnen, auf den Einberufungsbefehl gar
nicht zu antworten oder die Gründe darzulegen, warum sie in einer Armee
Bonapartes nicht kämpfen könnten. Für die Frauen selbst hat Barbet dabei eine
eigene Methode vorzuschlagen: "Sobald wir erfahren, dass einer oder mehrere
von euch verhaftet wurden, werden wir massenhaft bei den verantwortlichen
Autoritäten eure Freilassung fordern"[23],
verspricht sie.
Drei
Monate später veröffentlicht Barbet – wieder im Namen der Lyoner
Sozialistinnen – ein weiteres Manifest, in dem sie diese Strategie deutlicher
ausformuliert. Diesmal geht es um die Unterstützung eines großen Streiks der
Minen- und Stahlarbeiter in Le Creuzot. Barbet fordert die Frauen auf, den
Streik ihrer Männer (in der Stahlindustrien waren kaum Frauen beschäftigt) zu
unterstützen, und zwar mit einer gewaltfreien, revolutionären und originär
weiblichen Kampfform: "Sprecht die Sprache der Wahrheit zu den Soldaten,
die euch umzingeln. ... Sagt diesen unglücklichen Kinder des Volks, dass die Männer,
die zu verfolgen sie den Befehl haben, nicht ... Söldner irgendeiner
politischen Partei sind, sondern Eure Väter, Eure Brüder, Eure Ehemänner, ...
die kein anderes Verbrechen begangen haben als das, das heiligste Recht des
Menschen einzufordern, nämlich von ihrer Arbeit zu leben. Mit solchen Worten,
da könnt Ihr sicher sein, werdet ihr sie beeindrucken"[24].
Auch wenn diese Strategie in Creuzot noch an der Übermacht von Militär und
Polizei scheiterte, so war sie doch ein Jahr später in Paris erfolgreich: Genau
mit dieser Verunsicherung der Soldaten, dem wortreichen
"Dazwischenstellen" der Frauen zwischen die Regierungstruppen und die
Aufständigen, mit der Überzeugungsarbeit der Frauen begann am 18. März 1871
die Kommune von Paris.
André
Léo und die antiautoritäre Internationale
In
der Pariser Kommune begegnet man einer weiteren Protagonistin des frühen
Anarchismus, die für dessen Entwicklung vielleicht noch wichtiger war: Die
Pariser Schriftstellerin und Journalistin André Léo (1824-1900).[25]
Sie hatte sich in der anti-proudhonistischen Frauenbewegung der fünfziger und
sechziger Jahre mit ihren Romanen und ihrem 1868 erschienenen theoretischen
Hauptwerk "Les femmes et les moeurs"[26]
einen Namen gemacht. 1866 gründete sich in ihrer Wohnung die "Société
pour la Revendication du Droit des Femmes", die schon bald zum Sammelbecken
der führenden Feministinnen in Paris wurde, darunter Paule Minck (die spätere
Mitbegründerin der französischen Arbeiterpartei), die damals noch ganz
unbekannte Louise Michel, sowie die bekannte Frauenrechtlerin Maria Deraismes.
Die
Société markierte eine Neuorientierung gegenüber dem frühsozialistischen
Feminismus der dreißiger und vierziger Jahre im Umfeld Fouriers und des
Saint-Simonismus: Als Reaktion auf die antifeministischen Kampagnen bürgerlicher
Intellektueller wie Proudhon, Michelet und anderen stellten die Feministinnen
nun nicht mehr die Geschlechterdifferenz in den Vordergrund, argumentierten
nicht mehr mit den besonderen Fähigkeiten und Interessen von Frauen, die deren
Partizipation am öffentlichen Leben notwendig machten, sondern betonten die
Gleichheit der Geschlechter. Die faktischen Unterschiede zwischen Frauen und Männern
führten sie weitgehend auf ihre Sozialisation zurück, und entsprechend wichtig
wurde ihnen die Betonung der Bildungsarbeit, die Forderung nach gleichen
Bildungschancen für Mädchen. Der entscheidende Topos für die Argumentation
war aber, dass sie von Frauen nicht mehr als Gruppe sprachen, sondern besonders
ihre Individualität betonten.
Es
war diese Gruppe Pariser Feministinnen, die spätestens seit 1866 den typisch
egalitären Feminismusansatz als Gegenstrategie gegen den bürgerlichen
Antifeminismus herausarbeitete, den dann im Sommer 1868 die Lyoner
Internationalistinnen um Virginie Barbet aufnahmen und der sich Ende 1868 auch
im Programm der anarchistischen Allianz um Bakunin niederschlug. So ist es auch
eine logische Konsequenz, dass es früher oder später zu einer Zusammenarbeit
zwischen den Pariser Allianzisten und den Feministinnen der Société kam.[27]
Im
Gegensatz zu den bekanntesten Antiproudhonistinnen der Zeit, Juliette Lamber
(verh. Adam) und Jenny D'Héricourt[28],
ist für André Léo die rechtliche Gleichstellung von Frauen allerdings nicht
eine logische Folge der Verwirklichung der bürgerlichen Gesellschaft und der
Umsetzung gleicher Rechte. Léo erkennt, dass die bürgerlich-kapitalistische
Gesellschaft - ebenso wie die sozialistische - auch gut auf der Basis der
Familie existieren kann. Sie klagt daher nicht nur die innere Logik der Aufklärung
ein, sondern hält es für wichtig, auch eine materielle Basis dafür zu
schaffen. Es müssen Bedingungen geschaffen werden, dass Frauen sich nicht nur
theoretisch, sondern auch konkret als Individuen an der Gestaltung der
Gesellschaft beteiligen können – von hier kommt André Léo zur Forderung
nach Erwerbsarbeit für Frauen und einer sozialistische Umgestaltung der
Wirtschaftsordnung.
Insofern
André Léo, zusammen mit Paule Minck, die sie in dieser Hinsicht vermutlich
beeinflusst hat, dem Pariser Feminismus eine sozialistische Wendung gab, wurde
ihre Gruppe natürlich zu einer Herausforderung für die proudhonistische
Pariser Internationale, was sich auch bald in einem öffentlich ausgetragenen
Konflikt nieder schlug. In den Archives Nationales in Paris ist eine Reihe von
handschriftlichen Polizeiprotokollen über 16 Versammlungen zum Thema
"Frauenarbeit" fast vollständig erhalten[29],
die diese Kontroverse dokumentieren. Paule Minck, André Léo und andere führten
hier vor einem Auditorium von mehreren tausend Männern und Frauen einen öffentlichen
Streit mit wichtigen Pariser Internationalisten.
Folgt
man den Polizeiprotokollen, dann scheint die Grundstimmung dieser Treffen der
Frauenarbeit tendenziell wohlgesonnen gewesen zu sein. Am 6. Juli etwa spricht
sich offenbar nur der Internationale Jean-Pierre Héligon gegen
Frauenerwerbsarbeit aus, alle anderen Rednerinnen und Redner äußern sich
positiv. In der folgenden Woche, am 13. Juli, hält Paule Minck eine lange und
eindrückliche Rede zugunsten der Frauenerwerbsarbeit, die später auch als
Broschüre gedruckt wird.[30]
Bei diesen Versammlungen wird auch deutlich, dass es damals zwei rivalisierende
Gruppen in der Pariser IAA gab und dass die Position zur "Frauenfrage"
einer ihrer wichtigsten Streitpunkte war. Aus Protest gegen Héligons Rede
meldeten sich nämlich Eugène Varlin und Benoit Malon, (die an den
Versammlungen nicht teilnehmen konnten, weil sie wegen einiger militanter
Aktionen in jenen Monaten inhaftiert waren) in einem offenen Brief zu Wort und
stellten klar, dass die Internationale "besonders in der Frauenfrage
verschiedene Gruppen umfasst, die auf keinen Fall miteinander verwechselt werden
dürfen"[31].
Der
oben bereits angedeutete Richtungswechsel in der IAA, den auch Virginie Barbet
in Lyon vorantrieb, war daher wohl auch Voraussetzung für den Eintritt von André
Léo in diese Organisation. Ende 1868 trat sie in die vom Allianz-Mitglied Malon
geführte Sektion Batignolles ein und setzte ihre Reputation als anerkannte
Schriftstellerin der IAA, die damals unter dauernden Schikanen der
bonapartistischen Polizei zu leiden hatte, zur öffentlichen Verteidigung dieser
Arbeiterorganisation ein. Nur mit Bakunin kam es bald schon zu
Auseinandersetzungen.
Die
Genfer Allianz-Zeitung Egalité, immer bemüht, bekannte Autorinnen und Autoren
zu gewinnen, kündigte in ihrer Ausgabe vom 27. Februar 1869 stolz die Mitarbeit
von Léo, "einer der ersten sozialistischen Schriftstellerinnen
Frankreichs", an. Doch bereits am 13. März sieht sich Léo genötigt, eine
Klarstellung ihrer Prinzipien zu veröffentlichen und distanziert sich von der
antibürgerlichen Propaganda der Zeitung: "Ich stimme mit Ihnen in den
Zielen überein, wir unterscheiden uns aber zuweilen in den Mitteln". Gegen
Bakunin plädiert Léo hier für eine gewisse Offenheit potentiellen Bündnispartnern
im republikanischen Lager gegenüber und schreibt: "Wir glauben an die
Gleichheit. Seien wir konform mit unserem Glauben, indem wir ... nicht ohne
Beweise Verdacht gegen die Loyalität derer erheben, die sich von uns
unterscheiden". Noch in der gleichen Ausgabe schreibt Bakunin einen
Gegenkommentar, in dem er seine Kompromisslosigkeit rechtfertigt: "Jede
Konzession würde bedeuten, die vollständige Emanzipation der Arbeit
aufzuschieben".
Allerdings
stand André Léo mit ihrer Auffassung keineswegs allein da. Elisée Reclus
unterstützte sie in einem Leserbrief der, so Bakunin, "denselben Geist der
Versönlichkeit trägt"[32].
Auch Malon, so weiß man aus Bakunins Briefen, schlug sich auf Léos Seite. Doch
anstatt dem Urteil seiner langjährigen politischen Weggefährten zu folgen,
warf Bakunin ihnen Häresie vor und führte den Grund auf ihre "Schwächen
für die dramatischen und sentimentalen Ungereimtheiten des schönen
Geschlechts"[33]
zurück. Bakunins Urteilskraft war in diesem Zeitraum ziemlich getrübt,
wahrscheinlich wegen seiner kurzen, aber doch einige Monate lang sehr
leidenschaftlichen Bewunderung für
die radikale Rhetorik eines jungen russischen Revolutionärs Sergej Nechajev,
der damals in Genf lebte. Dies ist vermutlich auch der Grund für seine Überschätzung
des sich ebenfalls radikal gebärdenden Albert Richard in Lyon.
Die
Positionen von Bakunin und Léo näherten sich aber nach der Pariser Kommune
wieder an. Nach dem unrühmlichen Abgang seiner jungen Pseudorevolutionäre[34]
revidierte Bakunin seine Meinung über Léo, während diese ihrerseits ihre
Position radikalisierte. André Léo hatte die Kommune aus ganzem Herzen unterstützt,
sich dabei jedoch nicht gescheut, auch interne Kritik vorzubringen, wenn ihr das
notwendig erschien, etwa bei Prozessen gegen vermeintliche "Verräter"
oder wenn die Kommune Pressezensur verhängte. Selbst in dieser Extremsituation
ließ sie sich nicht von ihrer Überzeugung abbringen, dass der Zweck unter
keinen Umständen die Mittel heiligt: "Wenn wir uns verhalten wie unsere
Gegner, wie soll sich die Welt dann zwischen ihnen und uns entscheiden?"[35]
Nach
der Niederschlagung der Kommune gelang André Léo, ebenso übrigens wie
Virginie Barbet, die Flucht in die Schweiz. Ihre Lebensaufgabe sah sie nun
darin, die extrem kritische bürgerliche Öffentlichkeit über die wirklichen
Ziele und die wahre Geschichte der Kommune aufzuklären und die Bluttaten der
Versailler anzuprangern. Dass sie damit jedoch auch beim der
liberal-republikanischen Bürgertum, darunter viele ihrer früheren
Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus dem feministisch-republikanischen Lager,
auf taube Ohren stieß, zeigte sich im September 1871 beim Kongress der
Friedens- und Freiheitsliga in Lausanne, wo André Léo durch Tumult und
Zwischenrufe gezwungen wurde, ihre Rede abzubrechen und den sie
"tieftraurig"[36]
verließ.
Nach
diesen Erfahrungen wandte sich Léo endgültig der sozialistisch-anarchistischen
Bewegung zu und setzte, wie viele Kommuneflüchtlinge, ihre Hoffnung ganz in die
Internationale. Dort war es jedoch inzwischen zu einem offenen Streit zwischen
dem Londoner Generalrat und der Genfer Allianz gekommen, und die Schweizer IAA
hatte sich über diesen Konflikt in zwei rivalisierende Föderalräte gespalten.
Weil sie sich in diesen Streit nicht hereinziehen lassen wollten, beschlossen Léo,
Malon, Barbet, Minck und andere Kommuneflüchtlinge, nicht in die Allianz
einzutreten, sondern eine eigene Sektion zu gründen, die "Sektion der
Propaganda und der revolutionären Tat". Verstärkung bekamen sie durch
Schweizer Anarchisten, während die Allianz, die der Generalrat inzwischen
ohnehin verboten hatte, aufgelöst wurde.
Im
Gefolge der Kommuneflüchtlinge, die als Helden und Heldinnen verehrt wurden,
hatte der anarchistische Flügel der Internationale in der Schweiz stark
Oberwasser bekommen. Um zu verhindern, dass dieser Stimmungsumschwung auch auf
andere Länder übergriff, nutzten Marx und Engel ihren Einfluss im Generalrat
und veranstalteten im September 1871 in London eine IAA-Konferenz, zu der die
anarchistischen Sektionen nicht eingeladen wurden. Dort fasste man zahlreiche
Beschlüsse, die für die anarchistischen Sektionen, zu denen auch die neue
Genfer Flüchtlingssektion gezählt wurde, untragbar waren. Mit dieser
Provokation eröffneten Marx und Engels allerdings eine gefährliche
Kontroverse, bei der sie letztlich selbst unterlagen.
Für
die Kommuneflüchtlinge war der Generalrat bis dahin nämlich keineswegs ein
Gegner gewesen. Ihre antizentralistischen, libertären Positionen waren in
erster Linie in der Auseinandersetzung mit blanquistischen und jakobinischen Strömungen
innerhalb der Kommune entstanden, in deren zentralistischem, autoritärem
Vorgehen zumindest André Léo auch einen Grund für das Scheitern des
Kommuneexperiments sah. Erst durch die Londoner Konferenz, in derem
"autoritären" Verhalten die Kommunardinnen und Kommunarden dazu eine
Parallele sahen, definierten sie ihre "antiautoritären" Ideen auch in
Opposition zum Generalrat.
André
Léo war neben James Guillaume eine der treibenden Figuren dieser Debatte. Im
Oktober 1871 übernahm sie die Redaktion der Zeitung der neuen
Propaganda-Sektion, der "Révolution Sociale"[37],
und kommentierte die Beschlüsse der Londoner Konferenz mit beißender Ironie:
"Dass die Göttin Freiheit uns zu Hilfe komme! Denn wir haben gegen die jüngste
päpstliche Bulle verstoßen, ... indem wir die Unfehlbarkeit des obersten Rates
zur Diskussion stellen. Nun sind also auch wir von der Exkommunizierung bedroht,
und es bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Seele dem Teufel der
Anarchie zu verschreiben"[38].
Durch die Agitation von André Léo und die Verbreitung eines Zirkulars der
anarchistischen Sektionen, das die Kompetenzen des Generalrats nun offen in
Frage stellte, wurde der Konflikt nun auch in andere Länder getragen, und die
Opposition gegen den Generalrat wuchs.
Diese
Entwicklung haben Marx und Engels lange nicht wahrhaben wollen. Erst im März
1872 reagierten sie mit einem Rundbrief über "Die angeblichen Spaltungen
in der Internationale", in dem sie das Schweizer Zirkular Punkt für Punkt
kommentierten und auch André Léo persönlich angriffen.[39]
Doch es war zu spät. Im Lauf des Jahres wurde deutlich, dass sich die große
Mehrheit der Sektionen, vor allem in den romanischen Ländern, aber auch in
Belgien und sogar in England gegen Marx stellten. Der größte Irrtum von Marx
und Engels in diesem Konflikt war, dass sie den Einfluss Bakunins völlig überschätzten.
Sie hielten ihn für den alleinigen Urheber der abweichenden Meinungen und
Positionen in der IAA und konzentrierten daher ihre gesamte Gegenstrategie auf
eine Kampagne gegen seine Person – eine grobe Fehleinschätzung, die nicht
dadurch richtiger wird, dass sie bis heute in der Literatur ständig wiederholt
wird. Bakunin wohnte schon seit Ende 1869 jenseits der Alpen, in Locarno, und
hatte kaum noch Einfluss auf die Diskussionen in Genf und im Schweizer Jura,
einer Hochburg des Anarchismus. Schon die Auflösung der Allianz war gegen
Bakunins ausdrücklichen Willen vollzogen worden, und das Programm der
Propagandasektion fand er "ziemlich schlecht"[40].
Marx und Engels hatten es keineswegs nur mit Bakunin zu tun, wie sie glaubten,
sondern mit einer ganzen Reihe von Führungspersönlichkeiten, die völlig
eigenständige Positionen vertraten, wie das Beispiel von André Léo zeigt.
Auch wenn es Marx und Engels tatsächlich gelungen wäre, Bakunin zu
diskreditieren, hätte das an dieser Tatsache überhaupt nichts geändert. Ganz
entgegen der dahinterstehenden Absicht lösten sie durch ihr Vorgehen faktisch
sogar eine erneute Welle der Solidarität mit Bakunin aus.
[1]
Masters, Anthony (1974) Bakunin. The Father of Anarchism. Sidgwick and
Jackson: Lonson, S. 172. [2] Vgl. dazu ausführlicher: Antje Schrupp (1999) Nicht Marxistin und auch nicht Anarchistin, Frauen in der Ersten Internationale – Virginie Barbet, Elisabeth Dmitrieff, André Léo und Victoria Woodhull, Königstein. [3]
Zit. nach: Jacques Freymond, Hrsg. (1964) Etudes et Documents sur la Première
Internationale en Suisse. Droz: Genève, S.160. [4] Zunächst von Max Nettlau aus dem später verloren gegangenen Original, und später von Bert Andréas und Mikós Molnar, den Herausgebern der Protokolle, aus Nettlaus handschriftlichem Manuskript. [5]
Guillaume, James (1985) L'Internationale, Bd. I,
Gérard Lebovici: Paris, S. 281. [6] Vgl. Testut, Oscar (1872)
Die Internationale, Leipzig, S. 32ff, 107, ders. (1872)
L'Internationale et le Jacobinisms, Paris, Bd. 2, S. 383, Freymond a.a.O.,
S. 249, Guillaume a.a.O., S. 244, Moissonnier, Maurice (1972) La Première
Internationale et la Commune à Lyon, Paris, S. 95, 112, 151 u.a., Lehning,
Arthur (1977) Bakunin-Archiv VI, Leiden, S. XXXIX, 140, Maritch, Sreten
(1939) Histoire du mouvement social sous le Second Empire à Lyon, Paris, S.
255, Rougerie, Jacques (1961) "La première Internationale à
Lyon" in: Annali dell'Istituto Giangiacomo Feltrinelli, S. 142.. [7]
Evtl. auch einen Weinhandel, vgl. Rougerie, a.a.O., nach Guillaume, a.a.O.
in der Rue Moncey 123 am linken Rhoneufer, vgl. auch Moissonnier, a.a.O., S.
242, Auzias, Claure und Houel, Annik (1982) La grève des ovalistes, Paris,
S. 158. [8] Barbet, Virginie (1868)
Rede vor der Friedens- und Freiheitsliga in: Rahm, Berta (1993) Marie Goegg,
Schaffhausen, S. 101-103, dies. (1869) Déisme et Athéisme. Profession de foi d'une Libre-penseuse,
Lyon, dies.: Berichte vom Lyoner Ovalistinnen-Streik in: Egalité vom 3.7.
und 17.7. 1869, dies. (1870)
"Manifeste des femmes lyonnaises adhérentes à l'Internationale",
in: Testut (1972) a.a.O., S. 277-279, dies.: "Pourquoi je suis
collectiiste" in Solidarité vom 18.6.1870, dies. (1871) Réponse d'un
membre de l'Internationale à Mazzini, Lyon, dies. (1881) Religions et
libre-pensée, Genève. [9] Zit. nach Rahm, a.a.O., S. 101. [10] In: Solidarité vom 18.6.1870. [11] Das Allianz-Programm ist dokumentiert in Freymond, a.a.O., S. 233 ff., zum abweichenden Text vgl. ebd. 210. [12]
Vgl. Auzias/Houel, a.a.O., S. 156, Maritch, a.a.O., S. 255. [13]
Vgl. Faucon, Marcel (1967) "Albert Richard, militant socialiste"
in: Revue Socialiste Nr. 208, S. 545, Auzias/Houel, a.a.O., S.. 156. [14]
Vgl. v.a. Richard, Albert (1896) "Les Propagateurs de l'Internationale"
in: Revue Socialiste, Juni, S. 641-667, ders. (1896) "Bakunin et
L'Internationale à Lyon", in: Revue de Paris, September, S. 119-160,
ders. (1897) Les débuts du parti socialiste francais", in: Revue
politique et parlementaire, Januar, S. 65-95. [15] Vgl. Schrupp (1999), a.a.O., S. 12f. [16]
Guillaume, a.a.O., Bd. II, S. 68. [17] Zit. nach Vuilleumier (1972), a.a.O. S. 301, vgl. auch Dutacq, Francois (1931)" Les grèves lyonnaises de la fin du Second Empire" in Révolution de 1848, Nr. 28, S. 221. Auch Paul Robin und Eugéne Varlin hatten ein distanziertes Verhältnis zu Richard. [18] Vgl. Dutacq, a.a.O., S. 222, auch Egalité vom 15.2.1872, Archer, Julian (1971) "La Commune de Lyon" in: Mouvement Social, Nr. 77, S. 43, Langhard, J. (1903) Die anarchistische Bewegung in der Schweiz, Berlin, S. 34, Jaeckh, Gustav (1904) Die Internationale, Leipzig, S. 166. [19] Egalité vom 12.6.1869. [20] Vgl. Egalité vom 26.6.1869. [21] Zur Bedeutung des "Lumpenproletariats" für den Bakunin'schen Anarchismus vgl. Woodcock (1962) S. 23f, Dressen (1994) S. 192ff, Bookchin (1977) S. 28f u.a. Zur marxistischen Gegenposition u.a. Die I. Internationale in Deutschland, S. 446ff, Stekloff (1928) S. 162ff. [22] Barbet (1870), a.a.O., in Auszügen auch dokumentiert bei Maritch, a.a.O., S. 255f. [23]
Barbet (1870), a.a.O., S. 278f. [24] In: Solidarité vom 16.4.1870. [25] Der Name ist ein Pseudonym, aus den Vornamen ihrer Zwillingssöhne zusammengesetzt, das aber Victorine-Léodile Béra, verheiratete Champseix, seit Anfang der sechziger Jahre ausschließlich benutzte. [26]
Reprint 1990, Tusson (Charente). Vgl. auch: André Léo (1865) Observations
d'une mère de famille, Paris und die Quellensammlung "André Léo, une
journaliste de la Commune" in: Le Lérot rêveur, Nr. 44, März 1987. [27] Dazu kommen auch Kontakte durch persönliche Beziehungen, da etwa Noémie Reclus, die Cousine und Schwägerin von Elisée Reclus, Mitglied der Société war. [28] Vgl. Lamber, Juliette (1858) Idées antiproudhoniennes sur l'amour, les femmes et le marriage, Paris, und D'Héricourt, Jenny (1860) La femme affranchie, Brüssel. Beide Bücher wurden in den sechziger Jahren in Frankreich breit diskutiert. [29]
Es handelt sich um wöchentliche Treffen im Ballsaal Vauxhall: "42 Procès-verbaux
de Commissaires de police de réunions publiques entre juillet et novembre
1868", Archives Nationales, Paris, Fonds Rouher – 45 AP 6.
Vgl. auch Dalotel, Alain; Faure, Alain; Freiermuth, Jean-Claude
(1980) Axs origines de la Commune. Le mouvement des réunions publiques à
Paris 1864-1871, Paris. [30]
Abgedruckt in Minck, Paule (1982) Les mouches et les araignées, Le travail
des femmes, et autres textes, hrsg. von Alain Dalotel, Paris. [31]
Zit. nach Stekloff, Jurij M. (1928) History of the First International,
London. [32] Reclus' Brief, der von drei weiteren Verteidigern Léos unterzeichnet ist, wurde, ebenso wie eine Erwiderung von Léo selbst, aus "Raummangel" nicht veröffentlicht, vl. Bakunin, Michael (1978) Gesammelte Werke, Bd. II, hrsg. von Max Nettlau, Vaduz/Liechtenstein, S. 44. [33] Vgl. Nettlau, Max (1928) Elisée Reclus, Anarchist und Gelehrter, Berlin, S. 127. [34] Jeglichen Rest von Reputation hatte Nechajev verloren, nachdem durch einen Prozess in Russland seine betrügerische und skrupellose Vorgehensweise auch gegen Gleichgesinnte bekannt geworden war, vgl. Pomper (1979) 147. Richard war schon länger der Zusammenarbeit mit der napoleonischen Polizei verdächtigt worden und inzwischen ganz offen Bonapartist geworden. [35]
Léo (1987) a.a.O., S. 34, vgl. auch Thomas, Edith (1963) Les Pétroleuses,
Paris, S. 146. [36] Die Rede ist abgedruckt in Léo (1987), a.a.O., S. 51ff. [37]
Vgl. Guillaume (1985) II, 219. [38] Zit. nach Guillaume (1985) II, S. 221. [39]
Marx/Engels (1971a) Bd. 18, S. 21f. [40] Anfang Oktober in einem Brief, zit. nach Guillaume (1985) II, 218. |
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